„Ein Schmuckstück für jede Stimmung.“

Christoph Wellendorff ist für die Kunden verantwortlich, sein Bruder Georg leitet die Manufaktur bei Wellendorff. Im Interview erzählen die beiden, wie aus einer Frage ihrer Frauen das 
„Schmuckstück des Jahres 2026“ wurde – ein wandelbares Collier, das Technik, Emotion und Handwerkskunst aufs Allerfeinste vereint.

Lesedauer: ca. 12 Minuten

Georg und Christoph Wellendorff sitzen in Anzügen lächelnd auf einer grünen Polsterbank vor einer goldenen Wand.

Wie beginnt bei Wellendorff die Reise zu einem „Schmuckstück des Jahres“?

Christoph Wellendorff: In der Regel mit einem „Problem“, das unsere Kundinnen – und, ganz ehrlich, unsere eigenen Frauen – im Alltag haben. 2026 sind wir von einer ganz einfachen Frage ausgegangen: Wie kann eine Wellendorff-Sammlerin ein einziges Collier haben, das sie beim Joggen tragen kann, im Praxis- oder Büroalltag, nachmittags beim Kaffee mit Freundinnen und abends zur Glamour-Gala? Normalerweise bräuchte man dafür drei oder vier verschiedene Schmuckstücke. Wir wollten ein Collier schaffen, das alle diese Lebenssituationen perfekt begleitet – vom „nur für mich“ bis zum großen Auftritt.

Georg Wellendorff: Das war der Ausgangspunkt: ein wandelbares Collier, das morgens sportlich, tagsüber souverän und abends glamourös wirkt – ohne dass man umstylen oder lange überlegen muss. So ist ein Allround-Wunder entstanden: das „Schmuckstück des Jahres 2026“ mit acht Tragevarianten.

Eine Frau trägt ein goldenes Wellendorff-Collier mit einem herzförmigen Anhänger um den Hals.

Acht Tragemöglichkeiten – wie muss man sich das vorstellen?

Georg Wellendorff: Die Grundidee ist: spielen können. Die Trägerin soll ihr Collier intuitiv verändern und tragen können, ohne Aufwand und ohne 
dass Werkzeug nötig ist. Und es gibt wunderbare 
Varianten. Für den Alltag oder zum Sport etwa trägt man es kurz und schlicht, also nur die zarte Kordel mit dem Brillant-W. Trifft man sich zum Lunch oder zu einem Meeting, legt man den Fokus auf die Brillanten und platziert die funkelnde Wunderkammer und den Stein vorn. Soll das Collier noch präsenter und edler erscheinen, tragen Sie es am besten doppelt, mit zwei kurzen Lagen um den Hals. Und ist es ganz lang um den Hals gelegt, wirkt es wunderbar lässig und elegant – perfekt für den großen Auftritt am Abend. Durch die Möglichkeit, die beiden Schmuckstücke zu trennen oder zu kombinieren, entstehen also die acht Tragevarianten – in Gelbgold oder Weißgold. Dazu kommt noch die Individualisierung.

Christoph Wellendorff: Das Zauberwort dabei ist unsere neue Wellendorff-Drehkomfortschließe. Sie funktioniert nach dem Prinzip „drücken, drehen, öffnen“. Die Schließe ist so in die Kordel integriert, dass sie unsichtbar wird. Man erkennt sie nur daran, dass die Brillant-Elemente über unserer Wunderkammer darauf hinweisen, dass hier etwas Besonderes passiert.

„Wunderkammer“ klingt geheimnisvoll. Was verbirgt sich dahinter?

Georg Wellendorff: Die Wunderkammer ist das Kernstück des Colliers mit insgesamt 110 Brillanten. Sie besteht aus zwei Diamant- und drei winzigen Goldkammern, die jeweils nur etwa zwei Millimeter breit sind.

Christoph und Georg Wellendorff stehen im Anzug lächelnd nebeneinander am Ufer des Flusses Enz im Grünen.

„Schmuck von
Wellendorff soll
glücklich machen –
nicht nur durch
den Wert, sondern
vor allem durch
die Emotion.“

Sie haben die Wellendorff-Kordel erwähnt. 
Sie hat ja eine große Geschichte und wurde jetzt auch nochmal verfeinert.

Georg Wellendorff: Ihre Geschichte beginnt vor 49 Jahren, als unser Vater für unsere Mutter die erste Wellendorff-Seidenkordel geschaffen hat. Er hat sie zum Patent angemeldet – das war die Geburtsstunde dieser heute weltbekannten Ikone. Seitdem haben wir jede Generation ein bisschen weiterentwickelt. Für das „Schmuckstück des Jahres 2026“ haben wir uns gefragt: Geht es noch feiner? Noch weicher? Und die ehrliche Antwort war: Eigentlich nicht – physikalisch waren wir am Limit. Also haben wir versucht, dieses Limit zu verschieben. Unsere Prinzesse-Kordel besteht aus sieben einzelnen Strängen, die miteinander verwoben sind. Der äußere Draht dieser Stränge ist jetzt um 60 Prozent feiner als bisher. Das Ergebnis spürt man sofort: Die Kordel fühlt sich nicht mehr nur wie Seide an, sondern eher wie Kaschmir – noch weicher, noch anschmiegsamer.

Christoph Wellendorff: Die eigentliche Herausforderung war aber nicht der äußere Draht, sondern die goldene Seele im Inneren. Sie macht die Kordel weich und beweglich – muss aber gleichzeitig so stabil sein, dass sie ein Leben lang hält und Freude schenkt. Weil wir ausschließlich mit 18-karätigem Gold arbeiten, konnten wir nicht auf andere Materialien ausweichen. Wir geben auf unsere Schmuckstücke eine lebenslange Garantie auf Material- und Fabrikationsfehler. Das bedeutet: Wir dürfen keine Kompromisse bei der Stabilität machen. Diesen Spagat – extreme Feinheit und höchste Haltbarkeit – so zu lösen, ist unser Anspruch.

Im Mittelpunkt des Colliers steht ein Herzdiamant. Was macht ihn so besonders?

Georg Wellendorff: Das Collier gibt es in zwei Versionen: mit einem Herzdiamanten oder mit einem runden Brillanten, jeweils lupenrein. Limitiert ist die Variante mit Herzschliff – auf 49 Exemplare weltweit. Diese Zahl ist eine bewusste Referenz an die erste Wellendorff-Kordel vor 49 Jahren. Der Herzschliff ist technisch sehr anspruchsvoll. Während der runde Brillant eine gängige Form ist und millionenfach gehandelt wird, gibt es ganz wenige perfekt geschliffene Herzdiamanten.

Christoph Wellendorff: Bei Wellendorff verwenden wir hauptsächlich lupenreine Diamanten. Die besondere Schwierigkeit: Ob ein Rohstein wirklich lupenrein ist, zeigt sich oft erst während des Schleifens. Der Schleifer geht also ein Risiko ein: Stellt er auf halbem Weg einen Einschluss fest, war all die Arbeit vergebens – dann ist der Stein für uns nicht verwendbar. Darum ist jeder Herzdiamant, den wir am Ende einsetzen, ein kleiner Triumph der Handwerkskunst. Neben den weißen Diamanten haben wir uns für ein paar farbige Edelsteine in Herzform – etwa Saphire, Rubine oder gelbe Diamanten – entschieden. Die Variante mit rundem Brillanten ist nicht limitiert und bietet eine Alternative für Sammlerinnen, die lieber den klassischen Rundschliff bevorzugen.

Eine Frau trägt ein zweireihiges goldenes Wellendorff-Collier mit graviertem Herzanhänger über einem schwarzen Oberteil.
Eine Person zeichnet mit einem Pinsel eine Skizze für ein Wellendorff-Collier mit Herzanhänger.
Zwei Händen halten ein goldenes Wellendorff-Collier mit Drehkomfortschließe, der Schmuckverschluss ist mit kleinen Edelsteinen besetzt.

Jede Frau wünscht sich das Gefühl: „Das gibt es nur für mich.“ Wie wird das Collier zum Unikat?

Georg Wellendorff: Genau aus diesem Wunsch heraus haben wir eine besondere Individualisierung entwickelt. Auf der Rückseite des Herz-Anhängers gibt es eine Fläche, die für eine persönliche Botschaft reserviert ist. Der Ablauf bei der Entstehung des Schmuckstücks ist hochpräzise: Wir beginnen mit einer Goldplatte, auf die ein Wort, ein Name, ein Datum oder ein kurzer Satz graviert wird – etwas zutiefst Persönliches. Diese Gravur wird mit schwarzer Wellendorff-Kaltemaille aufgefüllt und dann mattiert, damit die Schrift klar lesbar bleibt. Die Platte wird in eine speziell konstruierte Fassung eingeschoben. Zwischen Platte und Herzfassung gibt es einen kleinen Abstand. In diesen Raum geben wir Wellendorff-Kaltemaille, die bewusst leicht überfüllt und anschließend poliert wird. Durch die Wölbung entsteht ein Lupeneffekt, der die Botschaft vergrößert und zum Leuchten bringt.

Christoph Wellendorff: Das Ergebnis ist ein kleines, sehr persönliches Schatzkästchen. Die Trägerin entscheidet: Möchte ich die Botschaft zeigen, indem ich diese Seite nach vorne trage? Oder bewahre ich sie nur für mich und trage sie nah am Herzen, nach innen? So wird das Schmuckstück aus drei Gründen zum Unikat: durch den einzigartigen Stein, durch die persönliche Gravur, durch die individuelle Bedeutung, die die Trägerin damit verbindet. Und das ist letztlich das, was Schmuck von Wellendorff ausmacht: Er soll glücklich machen – nicht nur durch den Wert, sondern vor allem durch die Emotion.

Wie läuft intern der Weg vom ersten Gedanken zum „Schmuckstück des Jahres“ genau?

Christoph Wellendorff: In unserer Entwicklungsabteilung entstehen zunächst Ideen, bei denen wir bewusst sagen: Das ist nichts für die große Serie. Das sind Projekte, bei denen wir Zeit, Ruhe und viel Experimentierfreude brauchen. Wenn aus diesen Versuchen etwas wirklich Besonderes entsteht, wird es zum „Schmuckstück des Jahres“ – eine Art Bühne für das, was unsere Manufaktur technisch und gestalterisch leisten kann. Weil unsere Goldschmiede mit enormer Sorgfalt und in verhältnismäßig kleinen Stückzahlen arbeiten, bleibt diese Edition limitiert.

Georg Wellendorff: Bevor ein „Schmuckstück des Jahres“ allerdings zu einer Sammlerin geht, muss es an einer ganz anderen Hürde vorbei: unseren Frauen – unseren Ehefrauen, unserer Mutter, den Töchtern. Sie prüfen genau, dass der Verschluss wirklich intuitiv funktioniert, sich das Collier wunderbar bequem anfühlt und es auch im Alltag praktisch ist. Leistet es das nicht, dann bekommen wir sehr ehrliches Feedback. Besteht es aber diesen Test, sind wir auf einem guten Weg.

Zwei Händen halten ein goldenes Wellendorff-Collier mit geöffneter Drehkomfortschließe mit Besatz aus kleinen Edelsteinen.

„Die Trägerin soll
ihr Collier intuitiv
verändern können –
spielerisch und
einfach.“

Nahaufnahme der geöffneten Drehkomfortschließe an einem Wellendorff-Collier mit Besatz aus kleinen Edelsteinen und einem kleinen goldenen Wellendorff-W-Anhänger.

Sind Sie persönlich dabei, wenn das „Schmuckstück des Jahres“ seine neue Trägerin trifft?

Christoph Wellendorff: Ja. Wir haben uns selbst die Regel gegeben: Ein „Schmuckstück des Jahres“ wird nur in Verbindung mit jemandem aus der Familie gezeigt. Wir möchten wissen, wer diese besonderen Stücke sammelt. Und wir möchten sicherstellen, dass sie in Hände kommen, die diese Besonderheit schätzen – nicht nur als Anlageobjekt, sondern als Begleiter durchs Leben.

Georg Wellendorff: Für uns ist die erste Begegnung von Sammlerin und Schmuckstück ein Moment großer Emotion – fast wie Weihnachten nach einem sehr langen Jahr. Wir arbeiten oft über zwölf Monate an so einem Projekt, mit vielen Runden, Diskussionen, Versuchen. Wenn wir dann die strahlenden Augen der Trägerin sehen und hören „Ich trage es jeden Tag“, dann wissen wir, dass sich all die Mühe gelohnt hat.

Gibt es eine Trageidee, die Ihnen persönlich besonders gefällt?

Georg Wellendorff: Eine Vorstellung berührt mich besonders: Die Mutter trägt das komplette Collier – und teilt es irgendwann mit ihrer Tochter. Eine trägt das eine, die andere das zweite kurze Collier. Beide sind über ein Schmuckstück verbunden, auch wenn sie räumlich getrennt sind. So wird aus einem „Schmuckstück des Jahres“ ein Familienschatz, der Generationen verbindet.

Christoph Wellendorff: Und genau dafür machen wir Schmuck: damit er Geschichten erzählt – von Liebe, von besonderen Momenten, von Menschen, die sich nahe sind. Alles, was wir technisch tun – von der goldenen Seele in der Kordel über die Wunderkammer bis zur Gravur im Herzen – dient einem Ziel: „Aus Liebe. Das Beste.“

Eine Frau im weißen Oberteil trägt ein langes goldenes Wellendorff-Collier mit einem Herzanhänger.

Wie Kaschmir schmiegt sich das Collier an. Dafür reizte Wellendorff die physikalischen Limits noch weiter aus als bisher.

Wellendorff-Logo: Ein goldener Buchstabe W kombiniert mit einem runden, geschliffenen Diamanten.

Neben dem Schmuckstück des Jahres entstehen in unserer Pforzheimer Manufaktur weitere limitierte Meisterstücke. Entdecken Sie diese auf unserer Website.

Im Gespräch: Georg und Christoph Wellendorff